Am 18.Juli 2011 ist unser langjähriges Mitglied OStR i. R. Klaus Eyselein im Alter von 76 Jahren verstorben. Klaus Eyselein war neben seiner fast 30-jährigen Tätigkeit als Latein-, Griechisch- und Geschichtslehrer am Gymnasium am Kaiserdom in Speyer aktiv in der Lehrerfortbildung tätig.
So gestaltete er in den 1980er Jahren mehrere Fortbildungsveranstaltungen zusammen mit Paul Barié, vornehmlich zum antiken Mythos und zu römischer Dichtung. Auch war er Mitorganisator und häufiger Referent in der „Lebendigen Antike“ des Theodor-Heuss-Gymnasiums, wo er selbst Schüler war. Klaus Eyselein war ein hoch intelligenter, äußerst gebildeter, sehr sensibler, stets nach den Ursachen forschender und niveauvoll genießender Mensch. Er sah seine Hauptaufgabe als Lehrer darin, die Ästhetik der antiken Texte interessierten Jugendlichen nahezubringen, was ihm bei vielen intelligenten jungen Menschen hervorragend gelungen ist. Die Erweiterung des schulischen Lektürekanons auf das Mittelalter und die Neuzeit war bei ihm zeit seiner aktiven Lehrertätigkeit selbstverständlich.
Lange bevor Projektunterricht im Schulalltag seinen Platz gefunden hatte, organisierte er von 1978 bis 1985 mit Heinz Munding und anderen Kolleginnen und Kollegen fächerübergreifende Projekte zu den Themen „Ehrgeiz, Grundtrieb menschlichen Handelns“, „Kosmos“ und in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen zum Thema „Evolution“. Bei der Vorbereitung und Durchführung waren damals Schülerinnen und Schüler beteiligt, eine gewagte Neuerung im Schulleben. Aus all dieser Beschäftigung entstanden zahlreiche Aufsätze im Altsprachlichen Unterricht („König Ödipus“ 1980; „Kosmogonische Mythen im Unterricht der Oberstufe“ 1982; „Symbolgehalte antiker und moderner Kosmologien“ 1985; „Zur Bedeutung des Poetischen in der Naturschilderung des Lukrez“ 1992), Forum classicum (Zur Deutung von Amor und Psyche im Unterricht - Plädoyer für den (tiefen)psychologischen Gesichtspunkt, 1983) und Scrinium („Kosmos, Überlegungen zu einem fächerübergreifenden Unterrichtsprojekt“ 1984). Zusammen mit Paul Barié gab er „Amor und Psyche – Ein Liebesmärchen des Apuleius“ als Lektüreausgabe mit dazu gehörigem Lehrerheft 1983 heraus.
Vor, neben und nach seiner Zeit als Lehrer beschäftigte Klaus Eyselein sich intensiv mit Theater, Musik und Kunst. Zusammen mit Claus und Werner Thomas schrieb er das Buch „Kleines Welttheater“, in der die Aufführungen aus dem Bühnenwerk Carl Orffs am Theodor-Heuss-Gymnasium in Ludwigshafen ausführlich beschrieben werden. Er selbst sang am 20.12.1953 in Anwesenheit von Carl Orff einen Solopart. Alle, die Klaus Eyselein kannten, werden ihn in angenehmer Erinnerung behalten.



