Am 10.11.2011 verstarb Dr. Werner Thomas im Alter von 101 Jahren, bis zu seinem 100. Lebensjahr war er Mitglied des rheinland-pfälzischen Altphilologenverbandes.
Als Lehrer hat er seine Schüler in den Fächern Griechisch und Deutsch, Latein und Musik unterrichtet, mehr noch: begeistert, auch für schwierige Themen. Vermutlich konnte er das auch deshalb, weil er sich nicht scheute, die Fächergrenzen zu überschreiten, und so einzelne Steinchen zu einem Mosaik zusammensetzte, das ein Stück Welt zu verstehen erlaubte. Auf diese Weise hat er seine Abiturienten auch auf wissenschaftliches Arbeiten vorbereitet und ihnen so den Übergang ins Studium erleichtert.
Als Schulleiter des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Ludwigshafen (1954 bis 1974) gründete er 1954 die Vortragsreihe „Lebendige Antike“. Er hat nachhaltig das Gesicht des Gymnasiums geprägt, indem er seinen Kollegen viel Freiheit für kreatives Arbeiten ließ. Viele von ihnen und fast die ganze Schülerschaft betraute er bei den ungezählten Aufführungen von Werken Carl Orffs mit den unterschiedlichsten Aufgaben.
Der Bezug zum Unterricht hat dabei nie gefehlt: Auch nicht bei der Lebendigen Antike, die Schülern, Lehrern und Eltern die Möglichkeit zur Horizonterweiterung (nicht nur in der Welt der Griechen und Römer) bieten sollte, - und bis heute bietet: literarisch, archäologisch, musikalisch und philosophisch, aber auch historisch, geographisch und naturwissenschaftlich, - aus erster Hand, d.h. sehr oft: aus dem Bereich der Universität. Auch dort war Werner Thomas, als Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft, tätig. Aufsätze und Bücher zeugen von seiner Arbeit auf diesem Gebiet.
Friedrich Kuntz



